Landschaftspflegeverband Thüringer Wald e.V.

Effizienzkontrollen auf Bergwiesen im Thüringer Wald

Die Bergwiesen des Thüringer Waldes sind in ihrer Vielfalt, Schönheit, Farbenprächtigkeit und ihrem Artenreichtum einmalig in Deutschland. Sie entstanden durch landwirtschaftliche Nutzung, insbesondere die Winterfuttergewinnung durch Heuwerbung. In Abhängigkeit von der Lage sowie den Boden- und Grundwasserverhältnissen haben sich hierbei unterschiedliche Wiesentypen ausgebildet. Derzeit werden ca. 80% des Grünlandes des Thüringer Wald landwirtschaftlich genutzt und verwertet.

Die naturschutzfachlich wertvollsten Bergwiesen sind häufig sehr schwer bewirtschaftbar. Nur durch Zuschüsse aus dem Vertragsnaturschutz wird derzeit eine teilweise Pflege dieser Wiesen erreicht, die Verwertung des Aufwuchses ist aber nicht immer gesichert. Zahlreiche Wiesen bleiben zudem ungenutzt, Verbrachung und Wiederbewaldung sind die Folgen. Für den Natur- und Landschaftsschutz sowie die Attraktivität des Thüringer Waldes für Erholungssuchende sollten die Bergwiesen im derzeitigen Flächenumfang erhalten werden. Dies kann längerfristig nur über eine wirtschaftlich sinnvolle Heuverwertung und Heuvermarktung geschehen.

Das Bergwiesenheu stellt einerseits ein qualitativ hochwertiges Futter dar, andererseits kann es auch in der Heilkunde Verwendung finden.

Bergwiesen reagieren äußerst sensibel auf äußere Einflüsse. Zur Bewertung des aktuellen Zustandes der Bergwiesen und vor allem zur Gewinnung von Kenntnissen über die Auswirkungen der Landschaftspflegemaßnahmen wird dieses Projekt seit nunmehr 11 Jahren durch unseren Verband betreut.

Als Projektgebiet wurde der Raum Neustadt - Großbreitenbach - Masserberg - Fehrenbach - Schönbrunn ausgewählt, um einen relativ homogenen Naturraum mit vielfältigen Nutzungsformen zu haben.

Es wurde ein Maßnahmenpaket mit zwei Untersuchungsebenen ausgewählt:

  1. Auf einem Netz von Dauerbeobachtungsflächen werden pflanzensoziologische Bonituren durchgeführt und innerhalb von zehn Jahren wiederholt.
  2. Auf repräsentativen Flächen werden jährlich ausgewählte Leitarten als Indikatoren erfasst.

Beginnend mit dem Jahr 1997 wurden 71 Dauerbeobachtungsflächen in einer Größe von 12 m² mit Metallmarkierungsstäben dauerhaft gekennzeichnet und mit Kompass und Maßband eingemessen. Dort wurden von Biologen die vegetationskundlichen Aufnahmen vorgenommen.

Parallel dazu wurden 29 Flächen im Untersuchungsraum ausgewählt, auf denen seit 1997 jedes Jahr durch die Mitarbeiter des LPV die Vorkommen von Arnika, Breitblättrigem Knabenkraut und Trollblume erfasst werden. Diese Flächen sind etwa 1-2 ha groß. Es sind in sich geschlossene Wiesen mit klaren Begrenzungen.

Im Mai und Juni werden auf diesen Flächen die blühenden Exemplare bzw. bei den Trollblumen die blühenden Stauden nach einem festgelegten Zählsystem ausgezählt. Nach ihrem Erscheinungsbild werden die Zählungen in Vorkommen von Einzel-exemplaren, in flächig begrenzte Nester bzw. in großflächige, geschlossene Bestände eingeordnet.

Auffälligkeiten im Vegetationsbild, das Wuchsverhalten der Pflanzen, evtl. auftretende Schädlinge und auch der Witterungsverlauf im Winter und Frühjahr werden dokumentiert sowie die Art der Nutzung und deren Zeitpunkt sowie zusätzliche Pflegemaßnahmen, wie Abschleppen, Nachmähen usw. erfasst.

Alle diese Angaben werden in Flächenportraits zusammengestellt und mittels einer Datenbankanalyse ausgewertet.

Logo Landschaftspflegeverband Thüringer Wald e.V.
Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) · Projektbüro Thüringen
Alfred-Hess-Straße 8 · D-99094 Erfurt
Tel.: (0361) 302 58 26 · Internet: thueringen.lpv.de
vkpornodepfile.com